Die Advents- und Weihnachtszeit gilt für viele Menschen als eine Zeit der Freude, der Gemeinschaft und der Familie. Gleichzeitig erleben gerade trauernde Menschen diese Wochen oft als besonders schmerzhaft. Der leere Platz am Tisch, gemeinsame Erinnerungen, vertraute Rituale und die gesellschaftliche Erwartung von Freude und Harmonie verstärken häufig das Gefühl von Verlust und Einsamkeit.
Viele Menschen ziehen sich in dieser Zeit zurück. Sie fühlen sich mit ihrer Trauer unverstanden oder erleben, dass ihr Schmerz im Alltag kaum Raum findet. Besonders Menschen, die nur wenig oder keinen Kontakt zur Kirche haben, finden oft keinen geschützten Ort, an dem ihre Trauer sein darf.
Trauer endet nicht nach einigen Wochen. Gerade Feiertage und Übergangszeiten lassen Erinnerungen und Sehnsucht häufig besonders lebendig werden.
Was Trauernde in dieser Zeit erleben
- Einsamkeit und das Gefühl, nicht dazuzugehören
- Überforderung durch Familienfeiern und Weihnachtsfeste
- Das Wiederaufbrechen von Erinnerungen
- Sprachlosigkeit im Umfeld
- Das Gefühl, funktionieren zu müssen
Kirche und Seelsorge können in dieser Situation einen wichtigen Beitrag leisten – nicht indem sie Antworten auf alle Fragen geben, sondern indem sie Menschen begleiten, Hoffnung schenken und Gemeinschaft ermöglichen. Genau hier setzt „Du fehlst“ an.
Was „Du fehlst“ bietet
Die Veranstaltung schafft einen offenen, würdevollen und geschützten Ort für Menschen, die einen Verlust erlebt haben. Sie bietet Raum für Erinnerung, Trauer und Hoffnung – unabhängig davon, wie lange der Verlust zurückliegt oder welcher Kirche oder Weltanschauung sich jemand verbunden fühlt.
„Du fehlst“ ist bewusst niedrigschwellig, ökumenisch und offen gestaltet, denn Trauer verbindet Menschen – unabhängig von ihrer religiösen Überzeugung.
Im Mittelpunkt steht nicht die perfekte Feier von Weihnachten, sondern die ehrliche Erfahrung: Du fehlst und die Gewissheit, dass niemand diesen Weg allein gehen muss.
Die Idee hinter „Du fehlst“
Die Idee zu „Du fehlst“ entstand aus persönlichen Erfahrungen.
Joachim Baisch und Heiko Weiß haben beide früh ihre Ehefrauen verloren und wissen aus eigener Erfahrung, wie sich Trauer anfühlt – besonders in der Advents- und Weihnachtszeit.
Aus dieser Erfahrung heraus entstand der Wunsch, einen Ort zu schaffen, an dem Trauer ihren Platz haben darf. Einen Ort, an dem Menschen mit ihrer Geschichte willkommen sind, ohne etwas erklären oder leisten zu müssen. Es ist oft nicht das große Wort, das trägt, sondern das Gefühl nicht alleine zu sein.